Einbau Mainboard

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Inhaltsverzeichnis


Vorbereitungen

An erster Stelle steht die Auswahl des richtigen Mainboards. Die Frage ist, ob es sich um eine komplette Umrüstung handelt, oder (z.b. aufgrund eines Defektes) nur das Mainboard selbst ersetzt werden soll. Handelt es sich um eine komplette Umrüstung, muß man nicht allzuviel beachten...


1. Welche Plattform soll verbaut werden?

2. Passt die gewählte Plattform zu den vorgesehenen oder eventuell noch vorhandenen, anderen Komponenten?

(siehe dazu «Punkt 3.»)


Soll lediglich das Mainboard getauscht werden, sind einige weitere Punkte in die Kaufentscheidung einzubeziehen...


1. Welche Plattform ist verbaut?

  • Hersteller, Prozessorgeneration, Arbeitsspeicher- oder Graphikstandard?

2. Passt die gewählte Plattform zu den vorhandenen, anderen Komponenten?


Zum Umbau/Einbau selbst sollte man für einen ordentlich, gut beleuchteten Arbeitsplatz sorgen. Eine Schale o.ä. für Schrauben und Kleinteile erleichtert ungemein die Arbeit ;o)


Aus- & Einbau

Als erstes schaltet man das Netzteil ab b.z.w. entfernt, falls das Netzteil keinen Netzschalter hat, das Netzkabel und alle weiteren mit dem PC verbundenen Kabel. Danach sollte man die Gehäuseschrauben lösen, das Gehäuse öffen und den PC dann in eine baufreundliche Lage bringen. Dazu legt man ihn so auf die Seite, daß das Mainboard mit der Oberseite nach oben zeigt.

Nun trennt man vorsichtig alle Steckverbindungen der Kabel, zu mit dem Mainboard verbundenen Komponenten und entfernt diese soweit möglich aus dem Gehäuse. Dies gilt gleichermaßen für alle eingebauten Erweiterungskarten. Dabei sind letztere pfleglich zu behandeln und sicher abzulegen (EMV beachten!).

Als nächstes sollte man sich einen Überblick verschaffen, ob man alle Befestigungsschrauben des Mainboards bequem erreicht und das Mainboard ohne Probleme aus dem Gehäuse gehoben werden kann. Bei einigen Gehäusen ist es dazu nötig, den Laufwerkskäfig der Festplatten und unter Umständen sogar das Netzteil zu entfernen. Der nächste Schritt ist das Lösen der Befestigungsschrauben und das Herausheben des Mainboards aus dem Gehäuse. Die darauf befindlichen Komponenten (CPU, RAM) können und sollten dazu gesteckt bleiben (Staubschutz Slots), insofern das alte Mainboard noch verwendbar ist und diese den Ausbau nicht behindern. Beim Herausheben des Mainboardes ist dieses an der Seite anzufassen und nicht am Kühlkörper der CPU herauszuziehen!


Der folgende Arbeitsschritt ist besonders wichtig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da Fehler diesbezüglich verheerende Folgen haben können und eine häufige Fehlerquelle darstellen. Gemeint sind die im Gehäuse befindlichen Abstandhalter, auf denen das Mainboard montiert wurde, um einen Abstand zur Rückseite des Gehäuses zu erhalten. Da es bei Gehäusen und Mainboards selbst innerhalb des gleichen Formfaktors mehrere Befestigungsnormen gibt, liegen diese bei verschiedenen Mainboards meist auch an unterschiedlichen Stellen.

Fehlende Abstandhalter oder Abstandhalter an falschen Stellen können zur Überbrückung von Kontakten und damit zu fatalen Kurzschlüssen führen, die nicht selten mehrere Komponenten gleichzeitig unwiderruflich zerstören können!

Daher ist es unbedingt nötig, deren Position genau zu überprüfen und an falschen Stellen liegende Abstandhalter umzusetzen oder zu entfernen b.z.w. bei neuen Gehäusen diese richtig zu positionieren. Auch dabei bitte Sorgfalt walten lassen und die um- oder neugesetzten Abstandhalter ordentlich festziehen. Nichts ist nervender als sich mitdrehende und vielleicht noch langgewindige Abstandhalter beim Ausbau eines Mainboards :/

Wer ganz vorbildlich arbeiten will, sollte jetzt mit einem Pinsel den Staub von allen Gehäuseteilen und Komponenten bürsten und anschließend das Gehäuse kurz durchsaugen.


Nun kommt der Zeitpunkt, wo man an das Einsetzen des neuen Mainboards gehen kann. Bevor man dies tut, sollte zumindestens CPU, Lüfter sowie Arbeitsspeicher fertig montiert und ein kleiner Probelauf durchgeführt worden sein. Zum einen ist man so sicher, auch wirklich ein funktionierendes Mainboard einzubauen, zum anderen erleichtert es eine eventuell nötige Fehlersuche. Dazu reicht es, das neue Mainboard auf seinem Karton abzulegen; Netzteil, CPU, RAM und Graphikkarte gesteckt zu haben und die 'PWR ON' Kontakte mit einem elektrisch leitenden Gegenstand (z.b. Schraubendreher) zu überbrücken. Springt das Mainboard an und zeigt ein Bild, kann der Einbau losgehen...


Da man sich nun von der Funktionalität des neuen Mainboards überzeugt hat, ist es höchste Zeit für den letzten Schritt der Vorbereitung, dem Wechsel des "Connector-Shields". Dies ist die Gehäuseblende, wo die rückwärtigen Anschlüsse des Mainboards "durchgucken" und die ebenfalls bei jedem Mainboard unterschiedlich aufgebaut ist.

Nachdem das Connector-Shield "sitzt", setze das neue Mainboard vorsichtig in seine Einbaulage. Dabei ist dieses an der Seite und nicht am Kühlkörper der CPU anzufassen! Achte bitte darauf, das keine "Kontaktfähnchen" des Connector-Shields in die Buchsen der rückwärtigen Anschlüsse hineinragen! Nun müssen nur noch die Befestigungsschrauben des Mainboards angezogen werden (Mit Gefühl und besser ohne Akkuschrauber!) und alle Kabel wieder befestigt werden. Hierbei ist insbesondere auf die Kontaktbelegung der meist proprietären Anschlüsse für USB, IEEE-1394 und Audio zu achten. Selbst augenscheinlich passende Steckverbinder könnten falsch belegt sein! Besser man überprüft dies nochmals gründlich im Handbuch, ehe im schlechten Fall das neue Mainboard beim ersten Einsatz Feuer fängt ;o)

Alle anderen Teile w.z.b. ausgebaute Netzteile, Komponenten, Laufwerkskäfige und Erweiterungskarten werden nun wieder eingebaut. Bevor man nun mittels Kabelbindern für Ordnung im "Kabelwald" sorgt, sollte ein kleiner Probelauf Pflicht sein; wär doch blöd, wenn man sich die ganze Arbeit umsonst macht :/ Schlägt dieser Test fehl oder gibt das Board gar Rauchzeichen von sich, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir anhand der folgenden kleinen Checkliste überprüfen können:


  • Wurde der 4-/6-Pin 12V-Stecker für die CPU-Stromversorgung (Buchse befindet sich in der Nähe der CPU) angeschlossen?
  • Wurde das Kabel zur ggf. notwendigen eigenen Stromversorgung der Grafikkarte angeschlossen?
  • Sitzen alle Kabel richtig oder wurden noch welche vergessen?
  • Ist das gewählte Netzteil ausreichend leistungsstark für die im PC verbauten Komponenten?
  • Wurde evt. doch ein an der falschen Stelle sitzender Abstandhalter übersehen?
  • Wurde evt. doch ein Kontaktfähnchen des Connector-Shields übersehen, welches ggf. in die Buchsen der rückwärtigen Anschlüsse hineinragt?
  • Wurde evt. doch die Kontaktbelegung der auf dem Mainboard befindlichen Anschlüsse nicht beachtet?
  • Müssen auf dem Mainboard evt. Einstellungen (Jumper, DIP-Schalter) für die eingesetzten Komponenten (RAM, CPU) betreffs Taktung oder Busgeschwindigkeiten vorgenommen werden?
  • Eventuell hat sich das BIOS verheddert. Hier hilft ein sogenanntes CMOS-CLEAR, bitte informiere Dich im Handbuch wie das bei diesem Mainboard durchgeführt wird.


Ergibt diese Checkliste keine offensichtlichen Fehler, lass das komplette System bitte beim Fachhändler Deiner Wahl überprüfen...


Bekannte Probleme

  • Konnektoren (Anschlußbuchsen) werden beim zu brutalen Abziehen der Stecker beschädigt.
  • Beim (Wieder)einbau bereits gebrauchter Mainboards/Netzteile werden die Anschlüsse nicht kontrolliert, in der Folge führen Kontaktprobleme zu Brandstellen in Buchsen und Steckern.
  • Stromanschluss für PCI-Express Grafikkarten (SLI) fehlt. -> Adapterkabel
  • Falsch positionierte oder komplett fehlende (Mainboard direkt auf Gehäuserückwand geschraubt) Abstandhalter!
  • Falsch positionierte Kontaktfähnchen am Connector-Shield!
  • Falsche Belegung der Anschlüsse von USB, IEEE-1394 (Firewire) oder Audio onBoard!
  • CPU-Takt, Takt-Multiplikator oder FSB falsch eingestellt!
  • BIOS hat sich "verheddert". -> CMOS-CLEAR
Persönliche Werkzeuge
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