Einbau Netzteil
Aus WikiDAUia
Inhaltsverzeichnis |
Vorbereitungen
Zuallererst sollte man sich wohl darüber Gedanken machen, welches Netzteil für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist.
1. Welche Bauart wird benötigt?
- ATX, mATX (Mini-ATX), ITX oder gar B-AT (Baby-AT)?!
- Passt das avisierte Netzteil trotz richtiger Bauart in das dafür vorgesehene Gehäuse? Frühe ATX-Gehäuse aus den 90'ern z.b. hatten häufig eine andere Einbaurichtung, sodaß moderne Netzteile mit 2 Lüftern dort nicht eingesetzt werden können (der Lüfter würde die erwärmte Luft nicht über dem CPU-Kühler absaugen, sondern im schlechtesten fall gar keine Luft ansaugen, da er direkt unter der Decke des Gehäuses sitzt). Oftmals sind ältere Gehäuse auch so eng, das die heute üblichen, umfangreichen Kabelbäume kaum am Mainboard vorbeipassen...
2. Welche Ausgangsleistung sollte vorhanden sein?
- In modernen Systemen können durchaus Netzteile mit 500W oder mehr Ausgangsleistung angebracht sein. Aktuelle CPUs oder Graphikkarten genehmigen sich pro Gerät nicht selten 100 - 150W; mehrere Gigabyte Arbeitsspeicher oder ein ansehnlicher Stapel Festplatten können gut und gerne schon mal 100 - 200W "verbraten".
3. Wie sieht es mit der Kühlung aus?
- In schlecht belüfteten Gehäusen ohne zusätzliche Kühlung ist ein sogenanntes Silent-Netzteil oder ein Netzteil mit nur einem eingebauten Lüfter mit Sicherheit fehl am Platz. Warme Luft kühlt nunmal nicht sonderlich gut und ist das Netzteil diesen Einflüssen längere Zeit ausgesetzt, wird es sicherlich nicht lange halten.
4. Ist das Gerät geeignet für meine übrige Hardware?
- Wichtig sind eine ausreichende Menge geeigneter Anschlüsse. Baust Du z.b. ein Netzteil ein, welches nur über Standardanschlüsse verfügt, verbaust aber mehrere S-ATA Geräte, wird es aufgrund der notwendigen Adapterkabel schnell unübersichtlich im Gehäuse; zudem behindert übermäßiger Kabelwirrwar den Luftstrom im Gehäuse...
- Achte darauf, beim Einsatz mehrerer Grafikkarten (SLI), daß Dein Netzteil über mehrere 12V-Schienen verfügt, anderenfalls kann es zu den unerklärlichsten Fehlfunktionen des PCs kommen!
- Meide "Billigware"! Es gibt kein gutes Netzteil für unter € 50,00!
Zum Umbau/Einbau selbst sollte man für einen ordentlich, gut beleuchteten Arbeitsplatz sorgen. Eine Schale o.ä. für Schrauben und Kleinteile erleichtert ungemein die Arbeit ;o)
Aus- & Einbau
Als erstes trennt man vorsichtig alle Steckverbindungen zu Festplatten und Laufwerken (CD, CD-R, DVD-R, FDD), zu Mainboard (20-/24-Pin ATX-Stecker, 4-/6-Pin 12V-Stecker) und Grafikkarte sowie zu weiteren verbundenen Geräten (Lüfter etc.). Den Kabelbaum bündelt man ordentlich und legt ihn vor Entnahme des Netzteiles nach außen, damit man beim Herausnehmen des alten Netzteiles nicht versehentlich an irgendwelchen Komponenten hängenbleibt und diese ggf. beschädigt.
Je nach Gehäusetyp kann das Entfernen des Netzteils aus dem Gehäuse stark variieren. Einige Netzteile liegen auf einer Schiene im Gehäuse oder sind an einer speziellen Gehäuseblende verschraubt, im einfachsten (und häufigsten) Fall ist das Netzteil von außen mit lediglich 4 Schrauben befestigt. Während diese Schrauben gelöst werden, sollte das Netzteil (falls es nicht gegen gegen Herunterfallen gesichert ist) unbedingt mit der anderen Hand festgehalten werden, damit es beim Lösen der letzten Schraube nicht unkontrolliert ins Gehäuse poltert.
Wie bei allen Schraubarbeiten gilt: Keine rohe Gewalt anwenden!!! Wenn sich etwas nicht löst, erst nach der Ursache suchen!
Prinzipiell erfolgt der Einbau genau in der umgekehrten Reihenfolge der Arbeitsschritte beim Ausbau.
Das neue Netzteil wird in das Gehäuse an die Position des alten Netzteils gebracht, dort mit der Hand fixiert und wieder mit den 4 beim Ausbau entfernten Schrauben befestigt. Bei fast allen Gehäusen kann man das Netzteil nicht falsch herum einbauen, da die Positionierung der Schrauben nur eine Einbaurichtung zulässt. Generell gilt dennoch: Hat das Netzteil einen Lüfter der im Gehäuseinneren sitzt, um dort Luft abzusaugen, so muß dies in Richtung Mainboard/CPU erfolgen!
Nachdem das Netzteil ordentlich befestigt wurde, können nun die Kabel wieder angeschlossen werden. Angefangen wird immer mit dem "fettesten" Kabel, der Hauptstromversorgung des Mainboards. Solltest Du an dieser Stelle entsetzt feststellen, daß der Stecker nicht passt, weil ein(e) Stecker/Buchse 20 Pins, der/die andere Stecker/Buchse aber 24-Pins hat - keine Panik! Ist der Stecker kleiner (20-Pin) als die Buchse auf dem Mainboard (24-Pin), so ist das überhaupt kein Problem. Steck das Ding einfach seitenbündig drauf; eine Verpolung ist unmöglich, weil die einzelnen Anschlußzapfen in Stecker und Buchse verpolungssicher kodiert sind. Ist der Stecker größer (24-Pin) als die Buchse (20-Pin) gilt prinzipiell das Gleiche. Man kann den Stecker trotzdem Aufstecken, dann stehen eben 4 Pins an der Seite über. Vorher sollte man sich den 24-Pin Stecker des Netzteiles ganz genau ansehen; meist hat dieser eine Steckverbindung, an welcher man die 4 "übrigen" Pins temporär abtrennen kann. Theoretisch wäre natürlich auch die Verwendung eines handelsüblichen Adapterkabels möglich...
Dann geht es ans Verkabeln der restlichen Anschlüße. An dieser Stelle der Hinweis, daß auch alle anderen Stecker und Buchsen des Netzteiles sowie aller in PCs zum Einsatz kommenden Komponenten verpolungssichere Steckverbindungen besitzen...
Bevor man nun mittels Kabelbindern für Ordnung im "Kabelwald" sorgt, sollte ein kleiner Probelauf Pflicht sein; wär doch blöd, wenn man sich die ganze Arbeit umsonst macht :/
Schlägt dieser Test fehl, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir anhand der folgenden kleinen Checkliste überprüfen können:
- Wurde der 4-/6-Pin 12V-Stecker für die CPU-Stromversorgung (Buchse befindet sich in der Nähe der CPU) angeschlossen?
- Wurde das Kabel zur ggf. notwendigen eigenen Stromversorgung der Grafikkarte angeschlossen?
- Sitzen alle Kabel richtig oder wurden noch welche vergessen?
- Ist das gewählte Netzteil ausreichend leistungsstark für die im PC verbauten Komponenten?
- Ist das Kabel zum Einschaltknopf richtig (gemäß Anleitung) auf dem Mainboard aufgesteckt?
Ergibt diese Checkliste keine offensichtlichen Fehler, lass das Netzteil bitte beim Fachhändler Deiner Wahl überprüfen. Dieser verfügt meist über ein spezielles Testgerät. Auf keinen Fall sollten unerfahrene Anwender selbst im Inneren des Netzteils nach dem Fehler suchen. Zum einen ist das aufgrund nicht weniger enthaltender Kondensatoren kreuzgefährlich, zum anderen erlischt bei Beschädigung des Garantieaufklebers oder Öffnen des Gehäuses jeglicher Gewährleistungs- und/oder Garantieanspruch.
Bekannte Probleme
- Konnektoren (Anschlußbuchsen) von Laufwerken werden bei zu brutalen Abziehen der Stecker beschädigt.
- Beim (Wieder)einbau bereits gebrauchter Netzteile werden die Anschlüsse nicht kontrolliert, in der Folge führen Kontaktprobleme zu Brandstellen in Buchsen und Steckern.
- Stromanschluss für PCI-Express Grafikkarten (SLI) fehlt. -> Adapterkabel
- Ältere Netzteile besitzen keinen 4-/6-Pin 12V Stecker für das Mainboard.
- Beim Vorhandensein eines Spannungswahl-Schalters (DAS IST KEINE SICHERUNG!!!) undbedingt auf die richtige Einstellung (NICHT 110V!!!) achten, da sonst definitiv das Netzteil und ggf. weitere Komponenten zerstört werden!

